Direkt zum Inhalt
Air Liquide

Anti-Korruptions-Verhaltenskodex

Wie in unseren Handlungsgrundsätzen (Principles of Action) aufgeführt, verpflichten wir uns sicherzustellen, dass bei der Ausübung unserer Aktivitäten höchste professionelle und ethische Standards zugrunde gelegt und ausnahmslos alle geltenden Gesetze und Vorschriften beachtet werden.

Aufgrund der Erschließung neuer Märkte durch den Konzern sowie der immer strengeren rechtlichen Verpflichtungen in vielen Ländern wurde dieser Anti-Korruptions-Verhaltenskodex eingeführt, um es den Mitarbeitern zu ermöglichen, sich mit den Grundsätzen der Korruptionsbekämpfung vertraut zu machen und sie an die Verhaltensweisen zu erinnern, die zur Einhaltung dieser Grundsätze erforderlich sind. Dieser Kodex gilt nicht nur für alle unsere Führungskräfte und Mitarbeiter, sondern auch für alle in unserem Namen handelnden Mittelsmänner.

Die Nichteinhaltung dieses Kodex kann schwerwiegende rechtliche und finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen und sich langfristig negativ auf den Ruf des Konzerns auswirken. Es ist daher unerlässlich, die hier dargelegten Anforderungen zu erfüllen.

Was fällt unter Korruption?

Anti-Korruptionsgesetze untersagen Vergütungen zu unrechtmäßigen Zwecken.

Typischerweise gehören dazu sowohl Barzahlungen als auch jede Art von  geldwerten Leistungen wie beispielsweise teure Sachgeschenke, Reisen, Essenseinladungen etc. Schon das Anbieten oder Zusagen solcher Vergütungen ist unrechtmäßig, wenn sie mit der Absicht gemacht werden, einen unlauteren Geschäftsvorteil zu erlangen oder zu behalten.

Zu den unlauteren Geschäftsvorteilen gehört alles, was die Geschäftstätigkeit des Unternehmens unberechtigt begünstigt (Bevorzugung bei der Vertragsvergabe, Umgehen von Gesetzen oder Abwenden von Strafzahlungen durch Vergütungen an Steuer- oder Zollbeamte etc.).

Von Korruption betroffene Parteien

Zu den von Korruption betroffenen Parteien gehören üblicherweise Personen in öffentlichen Ämtern oder staatlichen Institutionen, aber auch Privatpersonen wie beispielsweise Kunden, Lieferanten oder Partner können betroffen sein.

Unrechtmäßige Zahlungen können auch indirekt über Dritte, vor allem durch als Vermittler tätige Vertriebspartner, erfolgen. Ein Unternehmen kann für Vergütungen haftbar gemacht werden, die von seinen Vermittlern zu Korruptionszwecken geleistet werden, auch wenn dies ohne dessen Kenntnis geschieht.

Schließlich ist noch einmal zu betonen, dass auch die Mitarbeiter von Air Liquide keinerlei unberechtigte Zahlungen oder Vorteile jeglicher Art annehmen dürfen.

Vorkehrungen und Vorsichtsmaßnahmen

Besondere Maßnahmen sind bei der Auswahl von und der Zusammenarbeit mit Vermittlern zu treffen.

Da Vermittler als anerkanntes Korruptionsrisiko gelten, hat das Unternehmen eine Richtlinie, die zwingend zu befolgen ist bevor ein Vermittler eingesetzt werden kann. Gemäß dieser Richtlinie muss das Unternehmen den Ruf des vorgeschlagenen Vermittlers prüfen und jedwede Compliance-Bedenken analysieren und ansprechen, die sich dabei gegebenenfalls herausstellen. Es darf kein Vertrag mit einem Dritten geschlossen werden, bevor diese Prüfungen zufriedenstellend abgeschlossen sind. Anträge zur Bestellung eines Vermittlers sind zuerst an den Legal Vice President und/oder den Director of Corporate Governance zu richten.


Zahlungen an Vermittler dürfen nur geleistet werden, wenn diese rechtmäßig sind, die vertraglichen Bestimmungen erfüllen und nach Übermittlung einer rechtsgültigen Rechnung erfolgen. Es dürfen keinerlei Zahlungen ohne angemessene Dokumentation, insbesondere über die tatsächlich erbrachte Arbeitsleistung, vorgenommen werden. Für erstattungsfähige Ausgaben müssen Belege vorgelegt werden. Barzahlungen sind grundsätzlich ausgeschlossen.

Sonderfälle wie Partnerschaften, Fusionen und Übernahmen

Air Liquide kann auch haftbar gemacht werden für Handlungen von Partnern innerhalb von Partnerschaften sowie im Rahmen der Nachfolgerhaftung bei Fusionen und Übernahmen, darunter auch für Korruptionsvorgänge, die vor der Übernahme stattgefunden haben.

Zusätzlich kann Air Liquide auch haftbar gemacht werden, wenn gesetzeswidrige Handelsstrukturen zur Verschleierung von Korruptionsvorgängen akzeptiert werden. Daher ist es ganz entscheidend, sorgfältige Nachforschungen über den Ruf und die Geschäftspraktiken aller im Rahmen von beabsichtigten Fusionen oder Übernahmen in den Fokus genommene Unternehmen sowie aller potenziellen Partner anzustellen, entsprechende Garantien in allen vertraglichen Dokumenten zu Übernahmen oder Partnerschaften aufzunehmen und Vertragsgestaltungen auf der Basis gesetzeswidriger Strukturen zu vermeiden.

Vergütungen, bei denen besondere Vorsicht geboten ist

Kleine Geschenke oder Vorteile (Geschäftsessen, Werbeartikel, Erstattung von Reisekosten etc.) sind zulässig, solange sie einem angemessenen Kostenrahmen liegen und nicht dazu dienen, einen unangemessenen Geschäftsvorteil zu erlangen oder zu behalten.

Mitarbeiter müssen die Richtlinie zu Geschenken und Geschäftseinladungen beachten, bevor sie Dritten Geschenke oder Einladungen anbieten. Es wird davon ausgegangen, dass die Mitarbeiter diese Richtlinie kennen. Vor der Vergabe von Geschenken oder Einladungen ist eine Genehmigung einzuholen.

In einigen Ländern werden die Mitarbeiter aufgefordert, kleine Zahlungen an Regierungsbeamte zu leisten, um einen Verwaltungsprozess zu ermöglichen oder zu beschleunigen. Solche Zahlungen sind weithin bekannt als “Schmiergeldzahlungen”. Zu den Beispielen gehören Zahlungen, um Waren durch den Zoll zu bekommen oder eine Genehmigung zu erhalten. Dies stellt eine Form der Korruption dar und es ist jedem Mitarbeiter strengstens untersagt, solche Zahlungen zu leisten.

Gleichzeitig kann es in manchen Ländern oder Regionen der Welt notwendig sein, „Zahlungen für die persönliche Sicherheit“ zu leisten, um eine unmittelbare Gefährdung der körperlichen Unversehrtheit oder die unbegründete Inhaftierung einer Person abzuwenden. Die Mitarbeiter sollten solche Zahlungen nur dann leisten, wenn sie ernsthaft befürchten, dass ihre Sicherheit oder Freiheit gefährdet ist.

Bei dem Thema Zuwendungen an politische Parteien hat Air Liquide immer eine neutrale Position bezüglich bestimmter Parteien oder Kandidaten eingenommen. Wir sind nicht bereit, derartige Zuwendungen zu gewähren mit Ausnahme von sehr speziellen Fällen, wenn dies nach dem vor Ort geltenden Recht ausdrücklich zulässig ist.

Bei Spenden für wohltätige Zwecke kommt es darauf an, die Qualität, den Ruf und den Zweck der Wohltätigkeitsorganisation zu prüfen. Weiterhin muss sichergestellt werden, dass derartige Spenden nicht als Versuch interpretiert werden können, sich unberechtigte Vorteile zu verschaffen. Sie dürfen niemals an Einzelpersonen oder in bar gezahlt werden.

Anwendung des Verhaltenskodex

Die Einhaltung dieses Kodex ist zwingend vorgeschrieben. Erhält ein Mitarbeiter Kenntnis über eine tatsächliche oder vermutete Verletzung des Kodex, kann er dieses melden.

Jeder Mitarbeiter, der Hilfe bei einem in diesem Anti-Korruptions-Verhaltenskodex angesprochenen Thema benötigt, kann sich zunächst an seinen Vorgesetzten wenden, der ihm weiterhelfen wird.

Die Einhaltung dieses Kodex ist zwingend vorgeschrieben. Ein Mitarbeiter, der einer Verletzung dieses Kodex verdächtigt wird, wird Gegenstand von Disziplinarmaßnahmen gemäß den internen Vorschriften und den Anforderungen des lokalen Arbeitsrechts. Sollte sich der Verdacht als begründet erweisen, wird das Unternehmen den Umständen angemessene Maßnahmen ergreifen, darunter auch die Kündigung.

Das Unternehmen behält sich vor, den Mitarbeiter im Rahmen einer Zivilklage auf Schadensersatz zu verklagen, wenn das Unternehmen als Folge der Kodexverletzung einen Verlust erlitten hat.

Mitarbeiter, die eine Verletzung dieses Kodex beobachtet haben oder vermuten, sind aufgefordert, dieses ihrem direkten Vorgesetzten, der Personalabteilung oder dem Ethikbeauftragten des Konzerns zu melden. Alternativ können sie diese Meldung auch über EthiCall machen, dem speziellen Ethik-Alarmsystem von Air Liquide. Meldungen werden mit Integrität, Diskretion und unter Einhaltung der geltenden Gesetze und Vorschriften behandelt. Ein Mitarbeiter, der in gutem Glauben eine Meldung macht, muss keine Disziplinarmaßnahmen oder Ahndung durch das Unternehmen fürchten.

Wenn ein Mitarbeiter Unterstützung bei der Einhaltung dieses Kodex benötigt, kann er sich an die örtliche Rechtsabteilung, den Ethikbeauftragten des Konzerns oder den Director of Corporate Governance wenden